Die AG 60plus Rhein-Sieg hat beim letzten Kreisparteig am 11.Oktober 2015 nachfolgenden Antrag zur Pflegebedürftigkeit gestellt. Der Antrag wurde vom Parteitag angenommen.
Der Pflegebedürftigkeit vorbeugen: Auf Kreis- bzw. Gemeindeebene Stellen für sogenannte „Seniorenbetreuer“ schaffen.
Der Kreisparteitag möge beschließen, dass sich der Kreisvorstand beim Landesvorstand dafür einsetzt, dass ähnlich wie beim entsprechenden Programm „Gemeindeschwester“ aus Rheinland-Pfalz ein Landesprogramm „Seniorenbetreuer“ aufgelegt wird. Alternativ kann sich die SPD-Kreistagsfraktion dafür einsetzen, dass entsprechende Stellen beim Rhein-Sieg Kreis eingerichtet werden.
Begründung:
Im angesichts der stetig steigenden Zahl Pflegebedürftiger erfordert es politische Anstrengungen, schon aus fiskalischen Gründen, die Zahl der erforderlichen Heimeinweisungen zu senken. Aus diesem Grund hat schon 2015 das Land Rheinland-Pfalz begonnen, zunächst als Modellprojekt, dann ab 2019 verstetigt auf kommunaler Ebene die Institution „Gemeindeschwester“ wieder zu beleben. Die Wirksamkeit des Projektes wurde ab 2021 durch das Institut für angewandte Versorgungsforschung evaluiert, das die Wirksamkeit bestätigte.
Gemeindeschwestern“ sollen Menschen ab 80 Jahren, die in eigener Häuslichkeit leben und erfreulicherweise noch keinen Pflegegrad haben, durch Beratung und gegebenen falls Vermittlung von Selbstständigkeit erhaltendem Unterstützungsbedarf die Pflegebedürftigkeit möglichst hinauszögern und durch die erhöhte Selbstständigkeit die Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe zu erhalten. Auch sollen sie den über 80-jährigen Infomationen zu Beratung und Alltagsbewältigung vermitteln. Im Rahmen der Evaluation hat sich manifestiert, dass vor allem Informationen oder Leistungen, die EDV-Kenntnisse erfordern, für über 80-Jährige kaum erreichbar waren. So wurde es auch Aufgabe der „Gemeindeschwestern“ in Rheinland-Pfalz, ehrenamtliche Begleitung für Senioren und Seniorinnen zu organisieren, die hier Hilfestellung leisten konnten, um die Zielerreichung zu optimieren.
Durch die Wiederbelebung der Institution „Gemeindeschwester“ kann also ein gewichtiger Beitrag zur Begrenzung des Anstiegs der Pflegekosten geleistet werden.
Den in Rheinland-Pfalz gebrauchten Begriff „Gemeindeschwester“ findet die AG 60plus Rhein-Sieg allerdings als nicht zeitgemäß, so dass vorgeschlagen wird den Namen „Seniorenbetreuer“ zu verwenden.

